Charlottenburg-Wilmersdorf hat zwei große Bestände: 36,6 % der Wohnungen stehen in Häusern von vor 1919, 37,0 % in Bauten von 1949 bis 1978 (Zensus 2022, eigene Summe der Bezirksregionen). Für den Trockenbau sind das zwei verschiedene Ausgangslagen, die wir beim ersten Termin auseinanderhalten.
Gründerzeithäuser in Charlottenburg und Wilmersdorf
In Häusern aus der Zeit vor 1919 rechnen wir in der Regel mit Holzbalkendecken. Eine neue Wand steht dann auf einem Boden aus Dielen und Balken, deshalb klären wir vorab, wie sie ihre Last abgibt, und ziehen bei Zweifeln einen Statiker hinzu. Hohe Räume ergeben bei gleicher Wandlänge mehr Fläche, und wo Stuck an der Decke sitzt, planen wir den Wandanschluss mit Rücksicht auf ihn.
Die Wohnungen im Bezirk sind mit durchschnittlich 77,0 m² größer als im Berliner Mittel von 72,5 m² (IBB Wohnungsmarktbericht 2025, Werte 2024). Wer ein großes Zimmer teilt, bekommt zwei Räume, die jeweils ein Fenster haben sollten. Messen Sie deshalb vor dem Termin, wo die Fenster in der Außenwand sitzen und wie hoch der Raum bis zur Decke ist.
Bauten aus den Jahren 1949 bis 1978
Bei Häusern aus diesem Zeitraum prüfen wir zuerst, woraus Decken und Wände bestehen, weil davon die Befestigung des Ständerwerks abhängt. Mit Ständerwerk ist das Gerüst aus senkrechten und waagerechten Metallprofilen gemeint, das die Gipsplatten trägt. Soll eine Decke abgehängt werden, rechnen wir nach, ob die lichte Höhe von 2,40 m erhalten bleibt, die § 47 BauO Bln für Aufenthaltsräume verlangt.
Zum Bestand gehören auch geschützte Siedlungen: die Siedlung Heerstraße in Westend, die Gartenstadt am Südwestkorso im Rheingauviertel, ein Teil der Großsiedlung Siemensstadt, die als Welterbe eingetragen ist, und das Corbusierhaus. Dort sprechen wir Änderungen vorher mit der Denkmalbehörde ab.