Gründerzeit, Zwischenkriegszeit und Neubau in Pankow
In Pankow gibt es Wohnungen aus allen Bauzeiten, deshalb planen wir hier sehr unterschiedliche Wände und Decken. Was wir vor dem Bau jeweils prüfen, hängt vor allem vom Baujahr des Hauses ab.
| Baujahr |
Anteil der Wohnungen in Pankow |
Was wir vor dem Bau prüfen |
| vor 1919 |
37,1 % |
Lage der Holzbalken, Ebenheit von Wänden und Dielen |
| 1919 bis 1948 |
17,4 % |
Denkmalstatus, etwa in der Wohnstadt Carl Legien |
| 1949 bis 1978 |
17,5 % |
welche Wände tragen und wo Leitungen laufen |
| 1979 bis 1990 |
4,7 % |
Wandaufbau und Befestigung in Beton oder Mauerwerk |
| ab 1991 |
23,2 % |
Lage der Installationen, Gemeinschaftseigentum der WEG |
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Zensus 2022, Wohnungen nach Baujahr, Stichtag 15. Mai 2022; Bezirkswerte nach unserer Auswertung der Bezirksregionen.
Bei so vielen Wohnungen von vor 1919 rechnen wir in Pankow häufig mit Holzbalkendecken. Wo die Balken liegen, prüfen wir vor dem Bau, denn daran wird die Unterkonstruktion einer neuen Decke befestigt. Wie wir mit schiefen Wänden, alten Dielen und hohen Räumen umgehen, erklärt der Ratgeber zum Trockenbau im Berliner Altbau.
Wohnstadt Carl Legien
Die Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg gehört zum Welterbe der Siedlungen der Berliner Moderne. Sie hat 1.149 Wohnungen aus den Jahren 1928 bis 1930, die meisten davon mit höchstens zwei Zimmern (Landesdenkmalamt Berlin, Stand Juli 2024). Wer dort eine Wand versetzen oder eine Decke abhängen will, fragt vorher beim Fachbereich Denkmalschutz des Bezirks nach, was ohne Genehmigung möglich ist.
Häuser ab 1991
Knapp jede vierte Pankower Wohnung ist ab 1991 entstanden. Ist sie eine Eigentumswohnung, gehören tragende Wände und Decken nach § 5 Abs. 2 WEG zum Gemeinschaftseigentum. Eine neue Ständerwand innerhalb der Wohnung ändert an ihnen in der Regel nichts, eine Öffnung in einer tragenden Wand dagegen schon.